Liepnitzwald aus Kinderaugen

Auch Familien mit ihren Kindern sind besorgt um die Zukunft des Liepnitzwaldes.

Folgende eMail erreichte uns, mit der Bitte um Veröffentlichung – sowohl der Bilder als auch der Reaktionen der angeschriebenen Mitglieder der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim.

Diese entscheidet am Montag, 11.04.2016 über die Zukunft des Liepnitzwaldes – nämlich, ob dieses Gebiet als Windeignungsgebiet ausgewiesen und damit zur Abholzung für Windräder freigegeben wird. Oder eben nicht.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie wir zufällig erfahren haben, werden am Montag wichtige Entscheidungen bezüglich des Wandlitzer Liepnitzwaldes und dessen „Eignung“ als Windrad-Gebiet getroffen.

Als Mütter und Familien mit Kindern sind wir sehr in Sorge um unseren Wald und die verheerenden Folgen, die eine Fällung all dieser schönen Bäume, die Zerstörung dieser schönen und – das wissen auch Sie- wichtigen Natur.

Sie kennen hoffentlich all die Argumente, die die Bürgerinitiativen und Engagierten vorgetragen haben. Und hoffen natürlich inständig, dass Sie Ihre Überlegungen nach bestem Wissen und Gewissen abwägen.

Wir wollen die Argumente hier nicht wiederholen.
Wir wollen Sie daran erinnern, was manche von Ihnen vielleicht vergessen haben. Vielleicht, weil es Ihnen egal ist. Vielleicht weil Sie selbst keine Kinder haben, keine Enkel. Vielleicht weil es persönlich gewichtigere Argumente gibt – Karrieren, finanzielle Sicherheit, was auch immer.
Wir wollen Sie daran erinnern, dass Sie eine wichtige Verantwortung tragen. Nicht für die Industrie. Sondern für die Menschen, die Sie dort auf Ihren Planungs- und Abstimmungsstühlen vertreten. Sie sind verantwortlich, weil Sie gewählt wurden von diesen Menschen. Darum bitten wir Sie, diese Verantwortung auch zu übernehmen und zu tragen. Und zwar in ihrem gesamten Umfang, in ihrer ganzen Größe.
Es gibt da eine alte indianische Weisheit. Und für diejenigen, die diese Weisheit schon längst vergessen haben, vielleicht aus Kindertagen, als Sie tief in sich noch wussten, wie richtig und wahr sie ist, nur dann wuchs die Zeit darüber und es kamen „wichtigere“ Dinge, die das Herz aber doch auch nicht glücklicher machen, nicht wahr? Also für diejenigen wollen wir diese alte indianische Weisheit noch einmal ins Gedächtnis rufen:
Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt.
Wir haben sie von unseren Kindern nur geliehen.
Wir als Mütter, Familien mit Kindern fühlen uns fast ohnmächtig, wenn wir mit ansehen müssen, was Sie dort anrichten wollen. Wähnen Sie sich nicht unbeobachtet, nur weil uns die Zeit fehlt, uns tagtäglich zu engagieren. Wir sehen, was dort geschieht.
Und bevor es zu spät ist, wollen wir wenigstens ein Zeichen setzen:
Wir sind nicht einverstanden!
Wir sind keine großen Redner und uns fehlt die Zeit für große Aktionen.
Aber wir möchten Sie teilhaben lassen an unseren Gedanken und den Gefühlen und Sorgen unserer Kinder. Auch sie möchten, dass der Wald bestehen bleibt, so wie er ist. Und er soll auch noch für deren Kinder und Kindeskinder bestehen bleiben.
Es ist nichts Großes, aber es kommt von unser aller Herzen.
Wir haben gemeinsam Bilder gemalt, so wie wir und unsere Kinder den Wald und deren Pflanzen und Lebewesen sehen, erleben und schätzen.
Es sind keine Kunstwerke, die meisten Kinder sind noch klein, um die 2 Jahre alt, haben Sie also bitte Verständnis für die teilweise noch nicht ganz so ausgefeilten Darstellungen…
Diese Bilder werden wir auch auf einem Blog veröffentlichen lassen.
Und auch Ihre Reaktionen darauf.
Schauen Sie sich den Wald an, der geopfert werden soll:
Darum unsere Bitte: Entscheiden Sie weise…
Mit herzlichen Grüßen
Ihre Waldkinder und Familien

 

Und hier nun die Bilder, die die Kinder mit ihren Müttern gemalt und uns zugeschickt haben (für eine größere Ansicht bitte aufs Bild klicken):

 

„Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt.
Wir haben sie von unseren Kindenr nur geliehen.“

Wir sind gespannt, wie über eine derart wundervolle Leihgabe entschieden wird…

 

Ihr wollt auch noch mitmachen?
Dann schickt uns gerne eure Bilder, wir freuen uns!
an: proliepnitzwald@gmx.de

Ihr wollt ein Zeichen setzen, euch bemerkbar machen?
Dann schreibt auch an die Regionale Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim: regionalplanung@uckermark-barnim.de

Weitere Infos zur Regionalen Planungsgemeinschaft auf deren Website:
http://www.uckermark-barnim.de/planungsgemeinschaft.html

 

HIER DIE ANTWORTEN DER MITGLIEDER DER REGIONALEN PLANUNGSGEMEINSCHAFT:

Herr Jürgen Hintze (BVB / Freie Wähler):

„Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Sie können sicher sein, dass ich Ihre Bedenken verstehe und ich – in meiner Eigenschaft als Regionalrat für BVB/Freie Wähler, aber auch als Kommunalpolitiker aus Wandlitz, meine Zustimmung für diesen Regionalplan nicht geben werde.
Da ich immer bei allen öffentl. Abstimmungen namentlich abstimme, können Sie meine Voten auch in den Niederschriften – ggf. auch im Internet nachlesen.
Ich verstehe Ihr Anliegen und werde mich dafür auch einsetzen!!
Viele Grüsse – Jürgen Hintze“

 

update 25.04.2016:

Außer von Herrn Hintze gab es bis heute keine Reaktionen aus den Reihen der Regionalversammlung…

 

 

WEITERE STIMMEN:

EMail von Prof. Dr. Volker Honemann am 09.04.2016 an die Regionalräte:

Sehr geehrte Damen und Herren von der Planungsgemeinschaft,

man kann es nur mit Erschrecken regisitrieren, daß das Land Brandenburg nun auch vor seinem wichtigsten Naturschatz, nämlich den Wäldern, nicht halt macht, um die Ziele einer Politik durchzusetzen, die zur Erreichung aberwitziger Energie-Ziele Kulturlandschaft zerstört. Ich hoffe sehr, daß Sie nicht als diejenigen in die Geschichte eingehen wollen, die dieser Zerstörung den Weg geebnet haben.
Sie würden dann ein weit in die Vergangenheit zurückreichendes Stück Natur nahezu unwiderruflich zerstören – das kann die Gewinnung weniger Kilowattstunden nicht wert sein (und seien Sie sicher, die Windenenergie-Erzeugung wird in relativ kurzer Zeit technisch überholt sein – und gegenwärtig haben wir ohnehin viel zuviel Energie aus Wind, die wir nicht sinnvoll speichern können).
Ich bitte Sie nachdrücklich, der Festlegung des vorgesehenen Liepnitzwald-Teiles als Windeignungs-Gebiet nicht zuzustimmen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Volker Honemann

 

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